Über mich



Blüten Bern - die blühenden Herzen im vielgesichtigen Garten von Bern

Ich bin für mein Leben gern mit Freundinnen zusammen.
Die Pflanzen in meinem Garten sind solche Freundinnen.
Ich mag ihre unterschiedlichen Temperamente - und natürlich, wie das bei langjährigen Freundinnen so üblich ist, auch ihre wunderlichen Eigenarten.

Die Ringelblume zum Beispiel ist eine, die alle lieben, weil sie sich stets nach ihrer Umgebung ausrichtet. Sie riecht auf eine einfache Art gut. Wann immer man sie antrifft, haftet ein balsamischer Duft an ihren Stielen und Blättern. Aber sie würde, anders als zum Beispiel die Rose, nie soviel Duft auftragen, dass man sie noch bis in die hinterste Gartenecke riecht.
Sie passt sich in ihrer Lebensführung laufend an ihre Nachbarinnen an und versucht es allen recht zu machen. Das könnte einen leicht nerven, wenn sie nicht gleichzeitig so anschmiegsam und echt liebenswürdig wäre. Bei Regenwetter braucht man sie jedoch nicht zu besuchen, denn dann zieht sie sich in sich selber zurück und hängt ihren Gedanken nach. Überhaupt ihre Wetterempfindlichkeit, schon beim geringsten Anzeichen von Regen schliesst sie ihre Blüten und will ihre Ruhe haben. Aber an den schönen Tagen strahlt sie selber wie die Sonne und muntert mich mit ihrer ungestümen und unermüdlichen Art jedes Mal von neuem auf. Ich sitze dann neben ihr und finde es schön, dass sie mich und die anderen Blumen des Gartens zum Aufblühen bringt.

Die Kornblume hingegen besitzt ein ganz anderes Wesen. Sie ist eine langbeinige, schlanke, aber auch gestrenge Landfrau. Wenn sie daher gestelzt kommt, treten alle anderen Pflanzen zur Seite, um ihr Platz zu machen.
In ihrer Gemeinschaft dulden die Kornblumen keine fetten und ausschweifenden Nachbarn. Manchmal erzählen sie mir von ihrer wahren Heimat, dem Korn. Wie wohl sie sich fühlen, wenn sie sich in Begleitung von Getreidescharen auf den Feldern tummeln können. Das gefällt ihnen, wenn sie ihre hübschen, leuchtend blauen Blütenköpfchen den goldenen Ähren entgegenstrecken können.

So haben alle Pflanzen ihre ganz eigene unverkennbare Wesensart. Ich bin immer wieder erstaunt, wie enorm gut sich die einzelnen Pflanzen mit bestimmten Dingen auskennen.
Oftmals viel besser als ich selbst. Trotzdem finden sie es interessant mit mir zu plaudern und sind immer für mich da, wenn ich sie brauche. Das berührt mich wirklich sehr.

Nun ja, natürlich versuche ich auch ihnen das Leben zu erleichtern. Ihnen die Standorte zu sichern, an denen sie optimal gedeihen und sich entfalten können. Die lästigsten Nachbarinnen von ihnen fern zu halten. Ihnen zuzuhören, so dass ich ihre Wünsche und Sehnsüchte mitbekomme.
Ja, die Sehnsüchte der Pflanzen ... hmmm, da komme ich schon manchmal auch ins Staunen.

Ob ich wohl deshalb so gerne Blüten esse, weil ich mir ihre schwärmerischen Sehnsüchte auf der Zunge zergehen lassen möchte, weil mich ihr Duft an längst vergessen geglaubte Gefühle erinnert, weil mich ihr Geschmack in Räume führt, die ich sonst nie gefunden hätte?
Wie auch immer, ich habe meine Freundinnen, die Pflanzen, tatsächlich zum fressen gern. Das will schon was heissen.

Eigentlich wollte ich ja auf dieser Seite etwas über mich schreiben. Und nun erzähle ich die ganze Zeit von meinen Freundinnen.
Hoffentlich haben Sie trotzdem ein bisschen etwas über mich erfahren? Wenn nicht, dann denken Sie einfach daran, wie hübsch es ist, dass wir alle unsere Geheimnisse haben.
"Genau", sagen die Pflanzen, die mir beim Schreiben über die Schulter blickten.

Christin Bölsterli - im Herbst 2014



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